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St. Leonhard, Braunschweig, Niedersachsen

Die noch zu Lebzeiten Heinrichs des Löwen erbaute Kapelle besteht aus einem zweijochigen Schiff, einem eingerückten Chor und einer halbkreisrunden Apsis. Nach den Schäden bei der Belagerung Braunschweigs 1671 erhielt sie im Zuge ihrer Erneuerung ein steileres Dach und den barocken Dachreiter. Die hölzerne Außentreppe an der Westwand wurde 1955 errichtet als Zugang zu einem gleichzeitig ausgebauten Jugendraum im Dachboden, der 1991 wieder geschlossen wurde.

St. Leonhard, Braunschweig, NiedersachsenDie kleinen rundbogigen Fenster der Nordseite und der Apsis haben die Jahrhunderte unverändert überstanden; die Fenster der Südseite wurden später vergrößert. Man betritt die Kapelle durch eine Tür an der Nordseite des Schiffs. Der frühere Eingang lag an der Südseite und ist heute zum Sakristeifenster umgebaut. An der Nordseite des Chors erkennt man noch einen vermauerten Eingang, der möglicherweise in einer früheren Bauphase, als das Schiff noch nicht fertig gestellt war, den Beginen-Schwestern als Zugang diente.

Schiff und Chor sind durchgehend mit rundbogigen Kreuzgratgewölben gedeckt, die Apsis mit einer Halbkuppel. Am Triumphbogen über dem Altar ist die einzig erhaltene romanische Malerei zu sehen, eine segnende Gestalt, vermutlich der Hl. Leonhard. Im Chor und in der Apsis wurden nach dem 2. Weltkrieg Reste von Ausmalungen aus dem späten 16. Jahrhundert entdeckt und reversibel (denkmalschutzgerecht) überstrichen. Ein zusammenhängendes Fragment einer Abendmahlsszene in der Apsis wurde 2009 freigelegt und restauriert.

St. Leonhard, Braunschweig, NiedersachsenVor der Westwand steht unter einem Schutzdach ein großer, verwitterter Reliefstein mit der Jahreszahl 1482, der Kreuzigungsgruppe und darunter zwei Stifterfiguren. Die Rückseite zeigt eine Ritzzeichnung des Kreuz tragenden Jesus. Wahrscheinlich war der auf dem ehemaligen Friedhof ausgegrabene Stein früher dort an einer exponierten Stelle aufgestellt.

Die Kapelle hat eine wechselvolle Geschichte erleben müssen. So wurde sie nach 1856 profaniert und als Lagerraum der umgebenen Domäne genutzt. Im 2. Weltkrieg diente sie als Lagerschuppen für Kartoffeln. Seit 1946 ist sie die Kirche der Christengemeinschaft; man konnte sie dann allmählich wieder herrichten.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Leonhard, Braunschweig, Niedersachsen
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