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Klosterkirche St. Georg und Maria, Lippoldsberg, Hessen

Der Mainzer Bischof Liupold (1051-1059) gründete den Ort Liupoldesberg (es gab dort eine der wenigen Furten über die Weser) und erbaute dort eine erste Holzkirche. Nachdem Erzbischof Ruthard (1088-1109) ein Nonnenkloster gegründet und ein Steinbau die Holzkirche abgelöst hatte, wurde die heutige, größere Kirche erbaut und 1151 geweiht. Nach einer Chronik des Klosters war Probst Gunther von Halberstadt aus dem Kloster Hamersleben (siehe 39 Magdeburg) der Erbauer. 1569 wurde das Benediktinerinnen-Kloster nach der Hirsauer Regel aufgehoben. Wiederherstellungen der Kirche werden für die Zeiten nach dem 30-jähr. Krieg, im 19. Jh. und 1957-1959 berichtet. Die Klostergebäude sind nicht mehr vorhanden.
Klosterkirche St. Georg und Maria, Lippoldsberg, HessenDie Kirche ist eine dreischiffige, kreuzförmige Pfeilerbasilika im gebundenen System. Das heißt das Mittelschiff ist bedeutend höher als die zwei Seitenschiffe und besitzt eigene Fenster. Das Westwerk besaß bis zum 30-jährigen Krieg zwei Türme. Heute ist nur der Südturm erhalten; er erhielt 1722 eine barocke Haube. Die drei Schiffe sind im Osten durch kreisrunde Apsiden abgeschlossen. Das Mauerwerk besteht aus grob behauenen graubraunen Buntsandstein-Quadern ungleicher Größe und war wohl ursprünglich verputzt.
Die kleinen hoch liegenden und rundbogigen Fenster sind weitgehend unverändert erhalten geblieben. Die Portale beschränken sich – anders als bei gotischen Kathedralen - auf die für den Zugang notwendige Größe. Die beiden Portale an der Südwand haben offenbar später einen geraden Sturz erhalten. Das südliche Portal an der Westwand zeigt das für die Erbauungszeit typische, geteilte Tympanon mit einer kreisrunden Scheibe in jedem der beiden Viertelkreise.
Klosterkirche St. Georg und Maria, Lippoldsberg, HessenDie Kirche ist durchgehend mit Kreuzgratgewölben gedeckt. Alle Joche sind quadratisch. Das Mittelschiff besteht aus drei Jochen und einem Schmaljoch im Westen. Die Seitenschiffe haben die halbe Breite des Mittelschiffs. So entsprechen einem Joch des Mittelschiffs zwei Joche eines Seitenschiffs mit einer Doppelarkade zwischen den Pfeilern. An das Vierungsjoch schließen sich nach Norden, Süden und Osten (der Chor) je ein Joch an. Die Seitenschiffe sind ans Chorjoch durchgezogen, die Pfeiler der Doppelarkaden sitzen hier jedoch auf einer mannshohen Brüstung mit einer Türöffnung. Jedes der drei Schiffe findet seinen Abschluss in einer Apsis.
Im Westen erhebt sich eine Nonnenempore über der so genannten Nonnenkrypta. Damit die Klausur gewahrt blieb, nahmen die Nonnen am Gottesdienst auf dieser Empore teil, auf die sie durch einen separaten Eingang vom Klostergebäude gelangten. Die Krypta liegt mit dem Kirchenschiff auf gleichem Niveau. Säulen mit dekorierten Würfelkapitellen tragen das Kreuzgratgewölbe.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
Klosterkirche St. Georg und Maria, Lippoldsberg, Hessen
Schäferhof 19
37194 Wahlsburg-Lippoldsberg
Deutschland
Telefon Telefon: 05572-334
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.klosterkirche.de