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St. Nicolai, Hattorf, Wolfsburg, Niedersachsen

Die Kirche besteht aus einem mächtigen, quadratischen Turm mit Zeltdach und einem rechteckigen Schiff, das im Süden mit dem Turm fluchtet, im Norden seine Breite überragt und ein Walmdach trägt. An der Nordseite hat der Turm ein Paar rundbogige Schallöffnungen, bekrönt von einer mechanischen Uhr, an Ost- und Südseite je eine außermittige ähnliche Öffnung. An der Spitze des Zeltdachs ist nach Osten eine kleine überdachte Glocke angebracht. Das Schiff wird ursprünglich die gleiche Breite wie der Turm gehabt haben. Die spätere Verbreiterung nach Norden beinhaltet eine Prieche, die den ehemaligen Burgherren, den Patronen der Kirche, vorbehalten war, und an ihrem Ostende die Sakristei. An der Ostwand ist der Ausguss einer piscina zu sehen. Turm und Schiff sind aus unregelmäßig geformten Natursteinen errichtet, nur die Mauerkanten weisen behauene Quader auf.

Die drei breiten rundbogigen Fenster an der Südseite des Schiffs und die vier rechteckigen Fenster der Prieche weisen auf eine spätere Umgestaltung hin. Die gerade Ostwand zeigt in der Achse des Schiffs ein spitzbogiges Fensterpaar, überragt von einem erst bei der Renovierung von 1974 wiederentdeckten Vierpass. Leicht nach Süden versetzt befindet sich ein kleineres rundbogiges Fenster. Die Kirche betritt man durch einen hölzernen Windfang an der Westwand des Turms. Darüber hinaus befindet sich an der Südseite des Schiffs in Höhe des Chors eine kleine spitzbogige Pforte.

ISt. Nicolai, Hattorf, Wolfsburg, Niedersachsenm Inneren der Kirche überrascht eine bemerkenswert gelungene ornamentale und figürliche Ausmalung des Chors aus dem Jahre 1929, die der Kirchenmaler Droste von der teilweise vorhandenen Bemalung übernahm und die an romanisch-gotische Malerei erinnert, insbesondere die der vier Evangelisten an der Nordseite. Ein seltenes Arrangement ist die zierliche, hinter dem Altar aufgestellte Orgel. An Süd- und Nordwand des Schiffs hängt je ein reich verziertes Epitaph aus der Renaissance- bzw. Barockzeit. Im Westen steht eine Empore auf zwei Pfeilern. Ein Kuriosum ist die an der mit den Wappen der früheren Herren verzierten Holzkanzel zu sehen: ihr Schalldeckel ist sichtbar zu klein geraten, da der Tischler seine Innenmaße für die Außenmaße gehalten hatte.

St. Nicolai, Hattorf, Wolfsburg, NiedersachsenName und Lage der Kirche auf einer Anhöhe am Rande der Schunterniederung und abseits des Ortes könnten auf ihre Bedeutung für die Schunterschiffer hindeuten. In der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche von 1277 bestätigt Bischof Volrad von Halberstadt ihre Eigenständigkeit gegenüber Heiligendorf, zu dessen Pfarrbezirk sie vorher gehörte. Das Patronat für die Kirche hatten fortan wohl die Herren der Burg von Hattorf, von der heute nur noch Mauerreste in der Schunterniederung geblieben sind.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Nicolai, Hattorf, Wolfsburg, Niedersachsen
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