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St. Michael, Cremlingen, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Die erste Kunde von der Kirche bringt uns die urkundliche Erwähnung eines Plebanus (Vertreter des Pfarrers) von 1302. Der Kirchenbau ist wohl schon im 12. Jahrhundert entstanden. Er besteht aus einem rechteckigen Turm mit Satteldach und einer barocken Laterne von 1765 und einem etwas breiteren Langhaus. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden eine Sakristei im östlichen Teil der Nordwand und ein Leichenhaus im westlichen Teil der Südwand des Langhauses angebaut. Die Sakristei wurde 1759, das Leichenhaus 1858 wieder abgerissen. Das Mauerwerk besteht bis auf die Kanten aus Bruchsteinen, die wohl einmal verputzt waren.

St. Michael, Cremlingen, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDie Fenster des Langhauses entstanden 1831 in der heutigen rechteckigen Form. An der Südwand lässt sich noch zugemauert ein altes kleineres Fenster erkennen. An der Ostwand gab es früher ein dreigeteiltes spitzbogiges Fenster. Zugemauert wurde das neue Ostfenster von 1831 bei der Renovierung 1959/60. Der Turm hat an Ost- und Westseite je zwei rundbogige Doppelschallöffnungen aus romanischer Zeit, an Nord- und Südseite je eine. Man betritt die Kirche durch eine Tür mit Windfang an der Westwand des Turms. Diese Tür entstand erst nach dem Abbruch des Leichenhauses, das vorher als Zugang zur Kirche diente. Ein anderer früherer Zugang zur Kirche von der alten Sakristei lässt sich noch am Mauerwerk der Nordwand erkennen.

St. Michael, Cremlingen, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenVom Untergeschoss des Turms gelangt man durch eine Tür in der verglasten Öffnung eines großen Korbbogens ins Innere der Kirche. Das flach gedeckte Schiff ist durch einen Rundbogen vom Chor mit Kreuzrippengewölbe abgeteilt. Die ornamentale und figürliche gotische Ausmalung des Chors wurde bei der Renovierung 1959/60 entdeckt, freigelegt und 1986 restauriert – bemerkenswert: Christus als Weltenrichter in der Ostkappe. Ebenfalls 1959/60 wurden der Kanzelaltar und die Emporen an Nord- und Südseite entfernt. An der Westseite befindet sich heute eine Empore mit Orgel. Ein früher unter dem Fenster an der Außenwand angebrachtes und arg beschädigtes Kreuzigungsrelief mit Stifterfiguren wurde 1978 an die innere Nordwand umgesetzt. Für den in Vergessenheit geratenen Namen des Heiligen, dem die Kirche einmal geweiht war, erhielt sie 1963 den Namen St. Michael.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Michael, Cremlingen, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
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38162 Cremlingen
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