* Romanik.de: St. Kilian, Lügde, Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen

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St. Kilian, Lügde, Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen

Die von einem Friedhof umgebene Kirche liegt an einem zur südlichen Einfallsstraße abfallenden Hang. Sie gliedert sich in einen nahezu quadratischen Turm mit Satteldach, ein dreischiffig gestuftes Langhaus, ein Querhaus, einen Chor mit Apsis und zwei Nebenapsiden an den Ostwänden des Querhauses. Das braune Bruchsteinmauerwerk war früher verputzt.
St. Kilian, Lügde, Kreis Lippe, Nordrhein-WestfalenAm Obergaden des Mittelschiffs gibt es auf jeder Seite zwei, an den Seitenschiffen je drei kleine rundbogige Fenster und Spuren der 1753 zugemauerten Eingänge an jeder Seite. Die Südseite des Querhauses hat ein rundbogiges Fenster, darunter ein abgetrepptes Portal mit Rundsäulen und Tympanon mit Katzenkopf, seine Nordseite eine Nische mit einer Bischofsfigur, darunter ein ähnliches Portal mit einem Kreuz im Tympanon. Drei rundbogige Fenster erhellen die Chorapsis. Die Ostwand des Turms enthält eine, die anderen Wände je zwei, jede mit einer Säule unterteilte Schallöffnungen. Man betritt die Kirche durch ein wohl nach 1753 eingelassenes, schmuckloses Portal an der Westseite des Turms.
St. Kilian, Lügde, Kreis Lippe, Nordrhein-WestfalenAus dem unteren Turmgeschoss eröffnet sich der mit Kreuzgratgewölben gedeckte Innenraum durch einen gedrungenen Rundbogen. Die Gurtbögen im Mittelschiff sind nach dem Vorbild der Lippoldsberger Klosterkirche abgekragt. Die zwei auf Pfeilern ruhenden Joche sind im gebundenen System durch je zwei Arkaden mit Säulen und unterschiedlich verzierten Würfelkapitellen unterteilt. Sie sind die für die Verdopplung der Joche erforderlichen zusätzlichen Gewölbestützen der Seitenschiffe, die mit durchlaufenden Tonnen und Stichkappen gedeckt sind. Halbkuppeln decken Hauptapsis und die flachen Nebenapsiden. Chor, Apsis und Querhaus zeigen Reste romanischer Ausmalung. Nach der Reformation wurde die Ausmalung übertüncht und 1939 wieder freigelegt. Farbige Statuen von Bischöfen und Königen ruhen auf Konsolen an Seitenwänden und Pfeilern. Im Chor befindet sich die Grablege der Grafen von Pyrmont.
Der Vandalismus der Schweden im 30-jährigen Krieg traf Kirche und Pfarrer Johannes Nussbaum besonders schwer. Sie raubten die von ihm in der Kirche verborgenen Kirchensachen und sein persönliches Eigentum und durchwühlten die Gräber. Der Altar wurde derart geschändet, dass er neu geweiht werden musste. Nussbaum richtete sich daraufhin im Turm eine geheime Kammer mit einem Vorraum ein, die er zeitweise bewohnte. Als einziger Zugang diente eine Treppe in und auf der Westmauer des südlichen Seitenschiffs. Fenster an der Westseite des Turms und zur Kirche ermöglichten ihm die Aufsicht.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
St. Kilian, Lügde, Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen
Mittlere Str. 22
32676 Lügde
Deutschland
Telefon Telefon: 05281 7123
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