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St. Thomas, Volkmarode, Braunschweig, Niedersachsen

Da der Nachbarort Dibbesdorf bereits im Jahre 1260 eingepfarrt war, musste die Volkmaroder Kirche bereits vorher erbaut worden sein, vermutlich im romanischen Stil anderer Dorfkirchen der Region. Nach der Verwüstung im 30-jährigen Krieg wurde sie Mitte des 17. Jh. wieder hergestellt und 1861 noch einmal grundlegend von Friedrich Maria Krahe renoviert. Den Namen „Thomaskirche“ erhielt die Kirche im Jahre 1965.
Sie besteht aus einem nahezu quadratischen Turm (5,70 m x 5,46 m), dem breiteren, rechteckigen Schiff mit einer jüngeren Vorhalle an seiner Südseite, der ehemaligen Leichenhalle, und einem zweistöckigen Anbau an seiner Nordseite, der unten die Sakristei und oben eine Prieche, wohl die der ehemaligen Patronatsfamilie, birgt. Ein Stein an der Vorhalle gibt mit der Zahl 1418 das Jahr ihrer Erbauung an. Das Mauerwerk der Kirche besteht aus wenig oder nicht behauenen Bruchsteinen, die Steine des Turms und die der Kanten im Wesentlichen aus Hausteinen. An der Nordwand des Schiffs sind noch Spuren eines alten rundbogigen Fensters zu sehen und an der Ostwand der Ausguss einer Piscina. Der Turm besitzt nach Norden und Westen abgestufte Strebepfeiler, Lichtschlitze, spitzbogige Schallöffnungen und eine mit grün angelaufenem Kupfer gedeckte, lang gestreckte kegelförmige Haube mit Uhren an Nord- und Südseite. 1825 wurden ein neues Fenster an der Nordwand des Schiffs, ein Zugang zum Schiff von der Leichenhalle und der neue Eingang an der Westwand des Turms geschaffen. Die spitzbogigen Tür- und Fensteröffnungen stammen von der Erneuerung im Jahre 1861.
St. Thomas, Volkmarode, Braunschweig, NiedersachsenIm flach gedeckten Schiff befindet sich eine U-förmige Empore mit Orgel. Der barocke Hochaltar stammt aus der Wiederaufbauphase nach dem 30-jährigen Krieg. Seine drei Bilder zeigen unten das letzte Abendmahl, in der Mitte die Kreuzigungsszene und oben die Grablegung Christi. Die noch erhaltene Piscina befindet sich an der Ostwand, rechts neben dem Altar. Diesen umgeben an den Wänden Epitaphe. St. Thomas, Volkmarode, Braunschweig, NiedersachsenDer an der Südwand berichtet von Johannes Werdenius, geb. am 14. April 1590, gest. am 26 November 1667, der 49 Jahre Pastor der Kirche war, und von seiner Tochter Dorothea Maria, geb. am 7. September 1655, gestorben am 3. August 1667, also nur wenige Wochen vor ihrem Vater (umlaufender Text). Der zitierte Psalm 90, Vers 10 spielt auf das Alter (70 bis 80 Jahre) des Pastors an. Bewegend der Spruch zu dem im Alter von erst 12 Jahren gestorbenen Mädchen: „Das Mägdlein ist nicht todt es schlefft in Christi Wunden roth.“

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Thomas, Volkmarode, Braunschweig, Niedersachsen
Alte Dorfstr. 2
38104 Braunschweig
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