* Romanik.de: St. Stephan Watenstedt, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen

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St. Stephan Watenstedt, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen

Die in Bruchsteinen erbaute Kirche liegt am Nordrand des Dorfes, an der höchsten Stelle des abschüssigen Geländes und ist vom Friedhof umgeben. Der zum Schiff quer stehende Turm mit Walmdach hat in der Mitte und unten schießschartenartige Öffnungen, oben an der Südseite eine rundbogige und an den anderen Seiten schmalere spitzbogige Schallöffnungen. Die Nordwand des Schiffs fluchtet mit der des Turms, die Südwand ist etwas vorgerückt. Der Chor ist gegen das Schiff eingerückt, sein Dach hat jedoch mit dem Schiff die gleiche Firsthöhe. Nach Osten schließt sich die halbkreisrunde Apsis an. Die großen Rundbogenfenster am Schiff und am Chor haben wohl 1829 ältere, kleinere ersetzt. Die drei kleinen Fensteröffnungen der Apsis scheinen sich dagegen unverändert erhalten zu haben. Man betritt die Kirche durch ein schlichtes Portal an der Westwand des Turms. Das an der Südwand des Schiffs noch erkennbare, zugemauerte rundbogige Portal war vermutlich der ursprüngliche Eingang.
St. Stephan Watenstedt, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenIm Innern fordert die vollständig ausgemalte Apsis sogleich alle Aufmerksamkeit. Die freigelegten Reste romanischer Ausmalungen wurden 1895 von der Werkstatt des Kirchenmalers Quensen restauriert und ergänzt. In der Mitte der Halbkuppel, umgeben von einer Mandorla, thront Christus mit zum Segen erhobener Rechten und einem mit dem Alpha und Omega betiteltem Buch in der Linken. Rechts stehen die Patrone der Kirche, Stephanus mit einem Stein in der Hand und Petrus mit dem Schlüssel. Links sieht man den Jünger Johannes und Maria, die Mutter Jesu. St. Stephan Watenstedt, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenDie Mandorla ist umgeben mit den Symbolfiguren der vier Evangelisten, dem Engel für Matthäus, dem Löwen für Markus, dem Stier für Lukas und dem Adler für Johannes. Der Rundbogen ist mit Ornamenten, 10 Frauenköpfen und in der Mitte mit dem ausblutenden Lamm und der Siegesfahne verziert. Den oberen Rand der halbkreisrunden Wand zieren Ornamente und die 12 Türme des himmlischen Jerusalems der Offenbarung. Diese Wand mit den drei romanischen Fenstern ist mit Arkaden und Ornamenten ausgemalt, die wohl eher der Fantasie der Restauratoren entsprungen sind. Im Chor leuchten zwei prächtige Glasfenster von 1895: die Erzengel Michael und Gabriel.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Stephan Watenstedt, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen
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