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Dorfkirche Ohrum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Im Jahre 747 trafen sich die Söhne Karl Martells, Pippin und Gripho, mit ihren Streitkräften in Ohrum und bereinigten ihre Erbstreitigkeiten. 780 kam Karl der Große auf seinen Sachsenkriegen hierher und veranstaltete eine Massentaufe. Ob daraufhin bereits eine erste Kirche – wohl in Holzbauweise – errichtet wurde, wird nicht berichtet, ist aber wahrscheinlich. 1022 werden in der Gründungsurkunde des Michaelisklosters von Hildesheim 13 Kirchen, darunter die in „Horem“ (Ohrum) erwähnt, über die das Kloster das Patronatsrecht erhielt.

Dorfkirche Ohrum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDie Kirche besteht aus einem rechteckigen Turm mit Satteldach, quer stehend zu dem rechteckigen Schiff. Nicht allein der leichte Putz am Schiff, auch Unterschiede im Bruchsteinmauerwerk zeigen verschiedene Bauphasen von Turm und Schiff an. Das breitere Schiff wurde Anfang des 16. Jahrhunderts an den bestehenden romanischen Turm angebaut und ersetzte so vermutlich einen kleineren Vorgängerbau. Der Turm hat an Nord-, West- und Südseite rundbogige Schallöffnungen, an der Südwand zudem eine Schlitzöffnung, wie man sie auch an Wehrtürmen antrifft. Das ovale Fenster und das Portal an der Südwand sind sicher in späterer Zeit entstanden. Ein früheres Portal lässt sich am Mauerwerk der Südwand des Schiffs erahnen. Inschriften erinnern daran, dass der Turm 1575 und 1830 renoviert wurde. Eine Naht an der Nordwand des Schiffs zeigt eine spätere Erweiterung nach Osten an. Am Mauerwerk erkennt man zudem, dass das Schiff später deutlich erhöht wurde. Drei große, in ungleichen Abständen angeordnete, rechteckige Fenster an Nord- und Südseite erhellen den Innenraum. Die Ostwand zeigt ein kleines Zwillingsfenster mit gotischem Maßwerk, darunter eine Nische und den Ausguss einer Piscina. Die Südwand zeigt ein gleich großes, vermauertes gotisches Zwillingsfenster.

Dorfkirche Ohrum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenAls Schmuckstück präsentiert sich im Innern der um etwa 1700 entstandene barocke Kanzelaltar. Fein geschnitzte, weiße Blattornamente zieren die Kanzel, umgeben die figürlichen Darstellungen und umranken die geschraubten Säulen des Portikus. Vorn zeigt die Kanzel den Gekreuzigten unter einem geflügelten Puttenkopf. Flankiert wird der Portikus links von Moses mit den Gesetzestafeln und rechts von Johannes dem Täufer mit dem Kreuzstab und einem Spruchband, das auf das Lamm zu seinen Füßen deutet. Auf dem Giebel steht der Auferstandene über einer IHS-Tafel, flankiert von zwei geflügelten Putten, von Petrus mit großem Schlüssel und Paulus mit einem gewaltigen Schwert. Die Predella zeigt eine leere Tafel, die wohl einmal ein Abendmahlsbild enthielt. Links neben dem Kanzelaltar ist die Treppe zu sehen, über die der Pfarrer aufsteigt und von hinten durch eine ornamental geschnitzte Tür auf die Kanzel tritt.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Dorfkirche Ohrum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
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