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Kirche des Ritterguts Lucklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Lucklum war eine der 35 Pfarrgründungen des Bischofs Hil-degrim von Halberstadt Anfang des 9. Jahrhunderts. Später wurde Lucklum Archidiakonatssitz mit 31 zugehörigen Dörfern und er-langte mit Marktrecht, einem Gogericht, einer Schule und dem Sitz eines Kalands überregionale Bedeutung. Die Kirche wurde erstmals 1051 in den Pfarrsprengeln erwähnt. Die 1260 gegründete Deutschordenskommende, zunächst in Langeln und Reitling, brachte schrittweise ganz Lucklum in seinen Besitz und die Bewoh-ner wurden umgesiedelt, sodass der Archidiakonatssitz nach Evessen verlegt wurde. So wurde die Kirche 1314 Kapelle des Ordens. Zusammen mit den Gutsgebäuden ist sie seit 1811 in Privatbesitz. In den Sommermonaten finden hier Gottesdienste der Kirchengemeinde Erkerode statt.
Kirche des Ritterguts Lucklum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDas Kirchengebäude stellt sich heute so dar, wie es nach Gründung der Kommende verändert und in eine klosterähnliche Anlage eingegliedert wurde. Dabei sind der Turm, die Nord- und die Süd-wand des Schiffs im Wesentlichen aus romanischer Zeit erhalten geblieben. Der zum Schiff quer stehende Turm erhielt in der Ba-rockzeit nach oben eine Verjüngung zu quadratischem Querschnitt mit einer aufgesetzten Laterne. An seiner Nordwand haben sich noch Lisenen erhalten. An das Schiff schlossen sich im Osten ur-sprünglich ein Chor mit halbkreisrunder Apsis und zwei Neben-apsiden an. Heute bildet eine gerade Wand den Abschluss, wodurch die südliche Nebenapsis Teil des Innenraums geworden ist. Vom Chor blieben innen eine große Rundbogennische und von der nördlichen Nebenapsis eine Verblendung. Außen schließt sich der ehemalige Wohntrakt des Komturs an, der von dort direkten Zugang zu seiner noch vorhandenen Prieche hatte. An der Nord-wand sind die hoch stehenden vier romanischen Rundbogenfenster noch erhalten. Kirche des Ritterguts Lucklum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenUnter diesen hat man später je ein kreisrundes Fenster durchgebrochen. Das alte, vermauerte Rundbogenportal zwischen den beiden westlichen Fenstern ist noch gut erkennbar. An der Südseite, zum Innenhof der Anlage, wurden die romani-schen durch zwei große Recheckfenster ersetzt und das barocke, heutige Eingangsportal geschaffen. Vermauert sind zwei der romanischen und ein gotisches Fenster noch sichtbar.
Den Innenraum dominieren die geschnitzten und emblematisch bemalten Emporen an der Nordseite (1415-1430) und an der West-seite (1685-1710), die Kassettendecke, die Kanzel vor der Südapsis und die zum Teil monumentalen Grabdenkmäler. Ein romanisches Relikt ist die vermauerte Doppelarkade unter der Westempore, die die Öffnung zum Turm gewesen ist. In der Rundbogennische hinter dem Altar steht das Grabdenkmal des letztgenannten Komturs C. F. W. von Hardenberg von 1802, an der Südwand über dem Eingang ist die lebensgroße Figur des gerüsteten Komturs J. D. von Priort zu sehen.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
Kirche des Ritterguts Lucklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
Gutshof
38173 Erkerode Lucklum
Deutschland
Telefon Telefon: 05305 - 20 24 07
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.rittergut-lucklum.de