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Klosterkirche Clus St. Maria und St. Georg, Bad Gandersheim, Niedersachsen

1124 oder 1127 fand die Einweihung der Kirche des Benediktinerklosters durch den Hildesheimer Bischof in Anwesenheit der Äbtissin des Reichsstiftes Gandersheim statt. Der Äbtissin von Gandersheim gehörte das Kloster Clus als Eigenkloster. Den ersten Konvent bildeten Corveyer Mönche. Der erste Abt Heinrich war der Vetter von Richenza, der Gemahlin König Lothars III. von Süpplingenburg, der später deutscher Kaiser wurde. So erfuhr das Kloster anfangs eine besondere Förderung. Dem Abt wurde auch das benachbarte Kloster Brunshausen unterstellt, bis dieses Ende des 12. Jahrhunderts in ein Frauenkloster umgewandelt wurde. Mit der Aufhebung des Stiftes Gandersheim 1810 wurde Kloster Clus Staatseigentum und 1955 der Landeskirche Braunschweig übereignet.
Klosterkirche Clus St. Maria und St. Georg, Bad Gandersheim, NiedersachsenAbgesehen vom gotischen Chor hat das Gebäude der Klosterkirche seine romanische Gestalt als dreischiffige Basilika mit Querschiff weitgehend erhalten. Von den beiden Türmen im Westen wurde der südliche im 19. Jahrhundert abgetragen. Der nördliche Turm weist unten Ecklisenen und eine Halbsäule in der Mitte auf, die in einem Rundbogenfries enden. Die Schallöffnungen sind als Triforen mit Teilungssäulen und Würfelkapitellen ausgebildet. An die Nordseite schließen sich die ehemaligen Klostergebäude an. Jeweils vier romanische Fenster am südlichen Seitenschiff und am Obergaden, ein großes am Querhaus, zwei neuere an der Sakristei und fünf gotische an dem Chor mit polygonalem Abschluss lassen Licht ins Innere. Das Mauerwerk besteht überwiegend aus Bruchsteinen, zum Teil auch aus Quadern verschiedener Größe.
Klosterkirche Clus St. Maria und St. Georg, Bad Gandersheim, NiedersachsenMan gelangt in den Innenraum durch einen großen Rundbogen über eine Vorhalle mit Tonnengewölbe und ein Rundbogenportal an der Westseite des Mittelschiffs. Die Schiffe mit flachen Holzdecken sind durch Arkaden mit einfachem Stützenwechsel getrennt. Die Säulen mit attischen Basen und Eckknollen verjüngen sich nach oben und tragen Kapitelle mit zwei Reihen zungenförmiger Blätter. Rundstab verzierte Kämpfer krönen die Säulen und Pfeiler. Mit Rundbögen und einem Kreuzgratgewölbe zeigt sich die Vierung. An der Westseite, über dem Eingang, öffnet sich hinter einem großen Rundbogen die ehemalige Michaeliskapelle. Die Turmuntergeschosse sollen im Mittelalter auch als Kerker für unbotmäßige Mönche gedient haben. In dem hinter einem romanischen Chorstück im 13. Jahrhundert angebauten gotischen Chor steht ein Schnitzaltar mit zwei Seitenflügeln von 1487. In der Mitte ist die Krönung Mariens durch Gott Vater und Jesus Christus in Gegenwart der Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes, dargestellt.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Klosterkirche Clus St. Maria und St. Georg, Bad Gandersheim, Niedersachsen
Stiftsfreiheit 1
37581 Bad Gandersheim
Deutschland
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