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Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt

Gero hieß der Gründer und Stifter von Kirche und Damenstift. Er besaß eine Burg in Gernrode und wurde 937 von Kaiser Otto I. zum Markgrafen der Ostmark ernannt. 959 begann er den Bau der Kirche mit der Krypta und der Apsis im Ostteil. 961 wurde das Stift unter königlichen Schutz gestellt. 963 unternahm er eine Romreise, erwirkte auch päpstlichen Schutz und brachte eine Reliquie des hl. Cyriakus mit, sodass noch im gleichen Jahr die Einweihung stattfinden konnte. Die Langhausarkaden im byzantinischen Stil entstanden 973. Der Westteil erhielt in den Jahren 1127 bis 1150 ebenfalls eine Krypta und eine Apsis. Die Ostapsis wurde um 1300 ausgemalt. In das südliche Seitenschiff hat man um 1100 eine Kopie des heiligen Grabes eingebaut. In den Jahren 1859 bis1865 hatte Ferdinand von Quast die Kirche restauriert, dabei drei Kanzeln eingebaut, die flache Holzdecke im Langhaus erneuert und ausgemalt, die Malereien in Ost- und Westapsis restauriert und die Orgel erneuert, die er in zwei Hälften aufteilte, sodass der Blick auf die Westapsis wieder frei wurde. 1907-1910 wurden die Türme neu aufgebaut.

Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode, Landkreis Harz, Sachsen-AnhaltDie Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit östlichem Querhaus, Ost- und Westchor mit Apsiden und zwei Westtürmen. An die Südwand angebaut ist der noch verbleibende Flügel des Kreuzgangs zu sehen. Das Langhaus weist Arkaden mit einfachem Stützenwechsel auf, wobei die Säulen höher aufsteigen als die wuchtigeren Pfeiler. Die Kapitelle der Säulen sind mit Akanthusblättern verziert. Dreieckig abgewinkelte Steine führen die Lasten von zwei Arkadenbögen schon vor den Kämpfern der Säulen zusammen. Eine byzantinische Besonderheit sind die Emporen über den Seitenschiffen. Sie öffnen sich zum Mittelschiff durch zwölf Arkaden auf jeder Seite; je zwei von ihnen sind von einem Blendbogen überbrückt. Während sich die untere Pfeilergliederung oben wieder findet, wechseln sie oben mit fünf Säulen statt mit einer. Vermutlich hielten sich die Stiftsdamen auf den Emporen auf, während der Chor den Kanonikern vorbehalten war. Das Mittelschiff wird der Ort der Bediensteten gewesen sein. Erst nach der Reformation erhielt auch die Pfarrgemeinde Zugang zur Kirche. Die Anordnung der Fenster in den Seitenschiffen und Emporen entspricht den vier Arkaden an jeder Seite, während im Obergaden je sieben Fenster erscheinen. Das nach Westen anschließende schmale Joch hat unten je ein Portal nach Norden und Süden, hier zum Kreuzgang, auf Emporenhöhe ein und im Obergaden zwei Fenster. Zwischen den Emporenfenstern zeigen die Außenwände gleichgroße Blendfenster.

Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode, Landkreis Harz, Sachsen-AnhaltIn der Vierung liegt das Grab Geros, eine Tumba aus dem 16. Jahrhundert. Das heilige Grab Jesu Christi stellt mit seinen figürlichen und ornamentalen Darstellungen ein hohes Maß an romanischer Reliefkunst dar. Thematisiert sind hier Jesu Passion und Auferstehung. Die Ausmalung der Ostapsis zeigt den thronenden Christus als Herrscher, darunter zwei Reihen mit je fünf Figuren von Heiligen und der Stifterfamilie. In der Westapsis ist das jüngste Gericht dargestellt.

Ansichten der Kirche wurden jüngst in dem Spielfilm „Die Päpstin“ einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode, Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt
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