* Romanik.de: St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

Pfad: Übersicht > Deutschland > St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

Logo: St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt

Im 8. Jahrhundert war der Burgberg Sitz der Liudolfinger. König Heinrich I. baute die Anlage Anfang des 10. Jahrhunderts zur bedeutendsten Pfalz des Reiches aus. Ausgrabungen in den Jahren 1938/9 haben gezeigt, dass es drei Vorgängerbauten zur heutigen Stiftskirche gab. Bereits vor 936 hat es eine Pfalzkapelle gegeben. Mathilde, Gemahlin Heinrichs I., gründete ein Frauenstift auf dem Burgberg und ließ nach dem Tode Heinrichs der Stelle der Pfalzkapelle eine dreischiffige Hallenkirche errichten, von der noch Teile in der heutigen Krypta erhalten sind. Unter der Äbtissin Mathilde (968-998) wurde der dritte Kirchenbau begonnen, der sich bis zur Weihe im Jahre 1021 hinzog. An Stelle der Hallenkirche wurde eine Krypta eingebaut. Nach einem Großbrand im Jahre 1070, bei dem auch die Kirche vernichtet wurde, entstand auf den Grundmauern der alten Kirche Ende des 11. Jahrhunderts die vierte Kirche, die mit einigen Veränderungen noch heute steht. 1129 wurde sie in Anwesenheit Kaiser Lothars III. geweiht. 1320 entstand der gotische hohe Chor über der Krypta. Die Türme wurden mehrfach verändert: bis Mitte des 19. Jahrhunderts trugen sie barocke Hauben, danach hat Ferdinand von Quast ihnen hohe, spitze Hauben aufgesetzt. Nach den Beschädigungen im 2. Weltkrieg hat man sich für die heutigen niedrigeren Zeltdächer entschieden, die den alten romanischen Dächern vermutlich noch am ähnlichsten sind.

St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-AnhaltDie Kirche ist eine dreischiffige romanische Basilika mit östlichem Querhaus, dem zu jeder Seite halbkreisrunde Apsiden angefügt sind, einem gotischen Chor mit polygonalem Abschluss und einem Westwerk mit zwei quadratischen Türmen. Der Innenraum ist geprägt von den Arkaden mit niedersächsischem Stützenwechsel, dem ungewöhnlich hohen Chor mit einem gotischen Altar und der Westwand mit den zwei von einem Mittelpfeiler getrennten Rundbögen, die das Langhaus von einer Vorhalle trennen. St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-AnhaltMit reichem Reliefschmuck aus Blattwerk, menschlichen Figuren und Fabelwesen sind die Würfelkapitelle ausgestattet. Im den Querhausarmen wurde 1179 die Schatzkammer, der Zitter, eingebaut. Zu den ältesten und wertvollsten Schätzen gehören die Reliquiare des hl. Servatius und Heinichs, eine Buchseite aus der Quedlinburger Itala, die Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts entstanden ist und das Samuelevangeliar aus dem 9. Jahrhundert.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
St. Servatius, Quedlinburg, Sachsen-Anhalt
Schloßberg 9
06484 Quedlinburg
Deutschland
Telefon Telefon: 03946-9019078
Fax Fax: 03946-9019079
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.kirchequedlinburg.de/Orte/stiftskirche