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St. Nicolai, Ingeleben, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen

Als Ingelevo tauchte der Ortsname erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahre 1086 auf. Wann die Kirche erbaut wurde, ist nicht überliefert. Doch einige Details zeigen, dass sie in romanischer Zeit entstanden ist wie das kleine Rundbogenfenster über der südlichen Eingangshalle, der große Rundbogen zwischen Turm und Schiff und wohl auch die halbkreisförmige Apsis. Die Westwand des Turms und wohl auch seine Nord- und Südwand wurden 1744 neu aufgebaut. In romanischer Zeit wird der Turm bis zu seinem Dach die rechteckige Form gehabt haben, die er noch heute im unteren Teil aufweist. Auch sind an seiner Ostwand, über dem Kirchendach, die Konturen einer zugemauerten rundbogigen Schallöffnung zu erkennen. Darüber erhebt sich jetzt ein fast quadratischer Aufsatz mit den Schallöffnungen. Aus einem vierseitigen Zeltdach wächst eine hohe, achtseitige Pyramide mit einer Kugel und der Wetterfahne auf der Spitze. In vielen Dorfkirchen enthält eine solche Kugel Dokumente über die Baugeschichte bzw. über Umbauten an der Kirche. Das Kirchenschiff wird bis auf einen alten westlichen Teil in gotischer Zeit neu errichtet worden sein, ebenfalls die südliche Vorhalle und der nördliche zweistöckige Anbau für die Sakristei unten und die mit einer Außentreppe zugängliche, ausgemalte Prieche. Die lang gestreckten rundbogigen Fenster des Schiffs haben ungleiche Abstände, was auf verschiedene Bauphasen schließen lässt. Die Apsis ist gegen das Schiff vermauert, hat eine Außentür nach Südosten und dient heute als Abstellraum.

St. Nicolai, Ingeleben, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenIn die Kirche gelangt man durch die südliche Vorhalle und betritt das Schiff durch einen spitzbogigen Eingang, dessen gotische Gewände erst kürzlich wieder freigelegt wurden. Das Schiff hat ein Holztonnengewölbe mit einem blauen Mittelstreifen und blau gerahmten rechteckigen Feldern an den Seiten. An Nord- und Westwand stehen Emporen an deren Stützen Kinderköpfe plastisch hervortreten. St. Nicolai, Ingeleben, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenDie Westempore trägt die Orgel in der gleichen hellgrauen Farbe wie die Emporen. Die Nordempore zog sich früher bis zur Ostwand hin und diente dort als Prieche für die Patronats- und später für die reichste Familie im Ort mit Zugang vom Anbau her. Vor der geraden Ostwand steht ein schlichter Altartisch. Ein Foto zeigt die frühere Altarwand mit Priechen und darüber figürliche Bemalung an der Ostwand. Die hölzerne Kanzel an der Südwand trägt barocke Ornamente wie Muscheln und Kinderköpfe. Die im Untergeschoss des Turms angeschlagene Läuteordnung regelt das Läuten der kleinen und der großen Glocke zu verschiedenen Anlässen, wie zum Beispiel das Einläuten von Sonn- und Feiertagen am Vortage um 17 Uhr oder zum „Totenschauer“, unterschieden nach Erwachsenen und Kindern (für diese nur die kleine Glocke).

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Nicolai, Ingeleben, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen
Schulstraße 2
38384 Gevensleben
Deutschland
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