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St. Lutgeri in Rhode, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen

Rhode ist ein Dorf im sogenannten Hasenwinkel, einem Gebiet mit 15 Dörfern, das sich heute über Teile der Stadt Wolfsburg und des Landkreises Helmstedt erstreckt. Die Kirche in Rhode bestand bereits im Jahre 1160 nach einer Erwähnung im Güterverzeichnis des Ludgeriklosters Helmstedt. Ihre romanischen Wurzeln sind noch heute an ihrem Erscheinungsbild zu erkennen. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert und nur leicht verändert. Im Jahre 1944 wurde sie durch einen abstürzenden aliierten Bomber weitgehend zerstört und auf den Resten der Außenmauern originalgetreu in Bruchsteinmauerwerk wieder aufgebaut. Die alte Mauerstärke des Schiffs von 0,85 m und die des Turms von 1,35 m hat man dabei nicht verändert. Nachdem der Turm kurz darauf zusammenbrach und wieder errichtet wurde, konnte sie 1952 neu eingeweiht werden. Um 1990 war wieder eine Restaurierung erforderlich, bei der dann unter anderem die Außenwände verputzt wurden – zur Erhaltung des Mauerwerks und zum Missfallen mancher Dorfbewohner.

Die Kirche besteht aus einem zum Schiff quer stehenden, rechteckigen Turm mit Satteldach, dem Schiff und einer halbkreisrunden Apsis. Der Turm hat nach Westen und Osten je zwei schlanke, rundbogige Schallöffnungspaare, nach Norden und Süden je ein Paar. Ältere Fotos zeigen spitzbogige und zu zweit gekuppelte Öffnungen mit glatten Sandsteingewänden. In romanischer Zeit werden es wohl rundbogige, durch Säulen geteilte Doppelöffnungen gewesen sein. An der Südwand befindet sich unten ein kleines schlitzartiges Fenster. Der heutige Eingang an der Westwand des Turms wurde beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg geschaffen.

St. Lutgeri in Rhode, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenDas rechteckige Schiff fügt sich bündig an den Turm an. Vom Turmuntergeschoss gelangt man durch einen rundbogigen Durchgang in den Innenraum. An einer Nische in der Südwand erkennt man noch, wo der alte Eingang war. Die Fenster des Schiffs haben vermutlich bei einer Instandsetzung 1871 eine neue Form erhalten. 1952 wurden sie in leicht verkürzter Form wieder hergestellt. An der Westseite des Schiffs befindet sich eine Empore mit der Orgel aus den 1990er Jahren. Vor der Zerstörung 1944 gab es auch eine Nordempore. Eine Holzkanzel aus dem 16. Jahrhundert ebenso wie ein alter Taufstein fielen der Zerstörung 1944 zum Opfer. St. Lutgeri in Rhode, Landkreis Helmstedt, NiedersachsenDie Apsis öffnet sich durch einen großen Rundbogen. Sie hat die typisch romanischen drei kleinen Rundbogenfenster. An der Nordseite befinden sich eine kleine spitzbogige und eine größere rundbogige Nische, die erste mit einem Ausgusss nach außen, sie war daher eine Piscina zum Auswaschen der Altargeräte, die zweite vermutlich als Sakramentsbehausung zur Aufbewahrung geweihter Hostien. An der Südseite befindet sich eine kleine rechteckige Nische, wohl zur Aufbewahrung von Altargeräten bestimmt.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Lutgeri in Rhode, Landkreis Helmstedt, Niedersachsen
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38154 Ochsendorf
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