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St. Andreas Gadenstedt, Landkreis Peine, Niedersachsen

St. Andreas Gadenstedt, Landkreis Peine, NiedersachsenErbaut wurde die Kirche vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts. Romanisch sind die als gekuppelte, rundbogige Zwillingsfenster mit Teilungssäulen und Würfelkapitellen ausgebildeten Schallöffnungen im Turm. In die gleiche Zeit ist der große rundbogige Durchgang vom Turm zum Schiff zu datieren. Der mächtige Turm mit achtseitiger Pyramidenhaube und einer Wandstärke von rund 1,30 m könnte im Mittelalter als Wehr- oder Fluchtturm gedient haben. Der spitzbogige Eingang an seiner Westwand ist erst später eingebaut worden. Der westliche Teil der Südwand des Schiffs ist wohl auch noch aus der Entstehungszeit erhalten geblieben. An der Stelle des tief liegenden flachen Fensters lag ein alter Eingang mit einem Rundbogen, dessen Spuren noch im Mauerwerk erkennbar sind. Das Schiff und der Chor sind später nach Osten erweitert worden, wie die Jahreszahl 1420 am südöstlichen Strebepfeiler anzeigt. Auch ein Priechenanbau mit einem Grabgewölbe für die Patronatsfamilie an der Nordwand ist in dieser Zeit entstanden. Spuren an den Außenwänden zeigen, dass diese später um rund 1,50 m erhöht wurden. Die Nordwand hat man um 1659 weiter nach außen und bündig mit der Außenwand des Priechenanbaus versetzt. Dabei wurde dessen Ost- und Nordmauer zugleich erhöht und die beiden anderen Mauern entfernt, sodass er Teil des so vergrößerten Innenraums wurde. Im westlichen Teil der neuen Nordwand steht ein kurzer Vorbau mit einem seitlich versetzten Rundbogenportal. Die Sockelleiste dieses Vorbaus liegt deutlich tiefer als die der östlichen Bauabschnitte, was die Frage aufwirft, ob dieser Vorbau möglicherweise viel älter ist.

St. Andreas Gadenstedt, Landkreis Peine, NiedersachsenDer Innenraum schließt mit leicht gewölbten Holzdecken im Mittel- und nördlichen Seitenschiff ab. Der Sandsteinaltar von 1843 trägt einen Aufsatz von 1885, der im 20. Jahrhundert umgestaltet wurde. Zu beiden Seiten befinden sich Reliefs der Evangelisten, die früher in den Altaraufsatz integriert waren. 1887 wurden die Plätze für die Patronatsfamilie links neben den Altar verlegt. Hölzerne Emporen in zwei Etagen befinden sich an der Westwand, die obere für die Orgel bestimmt. Die untere, von 1659, setzt sich an der Nordwand fort und zeigt an der Brüstung in 20 Bildern Szenen aus dem Leben Jesu. Die Orgel wurde 1683 vom Wolfenbütteler Orgelbaumeister Batienter gebaut und zuletzt 2004 restauriert. Die Turmuhr von 1889 stammt von der Firma Weule aus Bockenem.

Der große Rundbogen, durch den man vom Turmuntergeschoss in den Innenraum gelangt, ruht auf Kämpfern, die nur knapp den Fußboden überragen. Dieser muss daher früher deutlich, vielleicht 1,50 m, tiefer gelegen haben. So muss auch das Niveau des Kirchhofs entsprechend tiefer gelegen haben, was die Lage des Rundbogens des alten, vermauerten Eingangs an der Südseite ebenfalls nahe legt. Vermutlich machte die begrenzte Fläche des Kirchhofs im Lauf der Jahrhunderte Bestattungen in mehreren Ebenen und daher die Erhöhung des Niveaus erforderlich. Dies könnte auch der Grund für die Erhöhung der Schiffsmauern gewesen sein. Solche Niveauanhebungen und Erhöhung der Mauern findet man auch bei vielen anderen Dorfkirchen dieser Gegend.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Andreas Gadenstedt, Landkreis Peine, Niedersachsen
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31246 Lahstedt
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