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Klosterkirche Diesdorf, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt

Gemäß einer Urkunde von 1161 wurde vom Grafen Warpke-Lüchow auf seinem Besitz Marienwerder ein Kloster gegründet und die Kirche im gleichen Jahre geweiht. Man nimmt an, dass diese Kirche ein Vorgängerbau aus Holz war, der erst einige Jahre später durch den heutigen Backsteinbau ersetzt und Anfang des 13. Jahrhundert vollendet wurde. Das Kloster, ein Augustiner-Chorfrauenstift, wurde von den Lüchower Grafen als Grablege und Hauskloster benutzt und mit umfangreichen Besitztümern ausgestattet. 1332 hat man eine Heilig-Grab-Kapelle in zwei östliche Joche des nördlichen Seitenschiffs eingebaut und Anfang des 15. Jahrhunderts darüber den Mariensaal. Nach der Reformation wurde das Kloster 1551 in ein evangelisches Damenstift umgewandelt, das 1810 aufgelöst wurde. Nachdem man 1827 den Dachreiter über der Vierung entfernt hatte, wurden von 1863 bis 1872 umfangreiche Restaurierungen und Ergänzungen vorgenommen. Ob der dabei dem Westriegel aufgesetzte Turm einen mittelalterlichen Vorgänger hatte, mag bezweifelt werden. Die Klostergebäude, nördlich der Kirche, wurden im 19. Jahrhundert zum größten Teil abgerissen. 1955 wurde die nördliche Nebenapsis rekonstruiert, nach Abriss der dortigen mittelalterlichen Sakristei. Weitere Restaurierungsarbeiten haben zwischen 1966 und 1972 stattgefunden.

Klosterkirche Diesdorf, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-AnhaltDie Kirche ist eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika mit einer zurückgesetzten Hauptapsis und zwei Nebenapsiden an den Querhausarmen sowie einem rechteckigen Westwerk mit mittig aufgesetztem, quadratischem Turm. Sparsamer, doch nicht zu übersehender Bauschmuck mit Lisenen, Rundvorlagen, Kreuzbogenfriesen, einem Zickzackfries und doppeltem deutschem Band ergänzen den (spät-) romanischen Charakter des Bauwerks ebenso wie die kleinen rundbogigen Fenster und die gestuften Portale.

Klosterkirche Diesdorf, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-AnhaltIm Innern zeigt sich das gebundene System in den Quadraten der Joche des Mittelschiffs, der Vierung und dem Chor mit den Quadraten halber Seitenlänge der Joche der Seitenschiffe. Von Pfeilern gestützte Arkaden trennen die Schiffe. Gurtbögen im Mittelschiff und Unterzuggurte in den Arkaden liegen auf massigen Halbsäulen. Die durchgehenden Kreuzgratgewölbe finden sich hier erstmalig in der Altmark. Im Triumphbogen ist ein Querbalken mit einer Kreuzigungsgruppe eingezogen. Die Westempore erhebt sich über drei von schlanken Säulen gestützten Arkaden. Die Nonnenempore im Nordarm des Querhauses steht über einem in neun Joche aufgeteilten Raum, der auch als Krypta bezeichnet wird. Nach Westen schließt sich der Mariensaal an. Er erstreckt sich über zwei Joche des Seitenschiffs und die Länge des Querhauses und befindet sich über der Heilig-Grab-Kapelle.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Standort
Klosterkirche Diesdorf, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt
Schäfertor 7
29413 Diesdorf
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Telefon Telefon: 03902-327
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