* Romanik.de: St. Johannes in Hämerten (Tangermünde), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt

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St. Johannes in Hämerten (Tangermünde), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt

Hämerten gehört zu den wenigen Dörfern (mit Staffelde, Storkau und Beelitz, alle unweit von Stendal) deren Kirchturm am Ostende des Schiffs, über dem Chor steht und daher auch als Chorturm bezeichnet wird. Der Turm in Hämerten weist als einziger oberhalb des Chors einen achteckigen Querschnitt auf und könnte daher den Schlüssel für diese ungewöhnliche Anordnung geben. Zahlreiche kreuzförmige romanische Basiliken besitzen einen Vierungsturm im Osten mit achteckigem Querschnitt, so zum Beispiel die Stiftskirche in Königslutter, der Dom zu Mainz oder St. Peter und Paul in Rosheim/Elsass. Ein quadratischer Vierungsturm ist ebenfalls nicht selten, wie etwa bei St. Michael in Hildesheim, St. Klemens in Schwarzrheindorf oder St. Martin in Chapaize/Frankreich. In Rosheim, Schwarzrheindorf und Chapaize ist es zudem der einzige Turm der Kirche. Ob Basiliken dieser Art den Baumeistern der genannten Dorfkirchen in der Altmark als Anregung dienten, wird sich wohl nicht mehr klären lassen.

Die Kirche in Hämerten wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und besteht aus einem Schiff, einem zurückgesetztem Chor mit dem besagten Turm und einer nach Osten anschließenden halbkreisförmigen Apsis. Das achtseitige Zeltdach des Turms erhielt 1947 eine Eindeckung mit Holzschindeln, die 2001 erneuert wurde. Die an der Nordseite des Chors angebaute Sakristei wurde zeitweilig als „Bahrenkammer“ (Leichenhaus) genutzt. Behauene Findlinge bilden das Mauerwerk bis auf den Kreuzbogenfries der Apsis und die Fenstereinfassungen, welche in Backsteinen ausgeführt sind. Die Fensteröffnungen sind größtenteils verändert worden (1710 Vergrößerungen). An der Südseite des Chors befindet sich der heutige Eingang, alte vermauerte Eingänge sieht man an der Nord-, Süd- und Westseite des Schiffs. St. Johannes in Hämerten (Tangermünde), Landkreis Stendal, Sachsen-AnhaltSt. Johannes in Hämerten (Tangermünde), Landkreis Stendal, Sachsen-AnhaltDer Innenraum zeigt eine überwiegend barocke Ausstattung mit einem Altaraufsatz von 1710, einem Taufengel und einer Kanzel an der Südseite. Der Chor ist kreuzgratgewölbt, die Apsis bedeckt eine Halbkuppel. Der Dachstuhl geht nachweislich auf das Jahr 1191 zurück, musste jedoch 2002 durch eine zusätzliche Holzkonstruktion stabilisiert werden. Trotz mehrerer Restaurierungen in den letzten Jahrhunderten, zuletzt 2007, hat sich der ursprüngliche Charakter der Kirche weitgehend erhalten.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Johannes in Hämerten (Tangermünde), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt
Pfarrhof 6
39590 Tangermünde
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