* Romanik.de: Klosterkirche St. Marien im Holze zu Krevese (Osterburg), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt

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Klosterkirche St. Marien im Holze zu Krevese (Osterburg), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt

Graf Albrecht von Osterburg gründete nach 1170 hier ein Jungfrauenkloster (Benediktinerinnen). Es wurde mit reichlich Grundbesitz, Leibrenten und Zehnteinnahmen ausgestattet und sollte der Missionierung der heidnischen Slawen dienen. Die Kirche war im Jahre 1200 fertig gestellt und war auch als „ewige Bet- und Begräbnisstätte“ der Stifterfamilie gedacht. Sie gehörte zum Sprengel des Bistums Verden/Aller und war Maria und dem hl. Quirinus geweiht. Dem Kloster wurde auch das Recht zur Nominierung des Pfarrers von Osterburg zugestanden. Der bekannteste unter ihnen war Entzelt, der 1579 die erste Chronik der Altmark verfasste. Nach der Reformation wurde die Klosterkirche 1541 der evangelischen Gemeinde geöffnet und das Kloster in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. 1563 ging das Kloster durch einen Gütertausch an die Familie von Bismarck. Das Damenstift bestand bis 1602, als Catarina von Gripern, die letzte Klosterfrau, verstarb und im südlichen Seitenschiff beigesetzt wurde. Bis auf ein Wirtschaftsgebäude und die Kirche wurden die Konventsgebäude 1853 abgetragen.

Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit Ostapsis ohne Querhaus. Das Mauerwerk aus behauenen Findlingen wurde an Fenstereinfassungen, Friesen, Seitenschiffen und am Turm mit Backsteinen ergänzt. Zwei zugemauerte Rundbogenportale an der Westwand und die südliche Abbruchkante lassen vermuten, dass hier ein Westwerk mit Vorhalle gestanden hat. Der Fachwerkturm wurde 1598 auf das westliche Joch aufgesetzt und 1707 mit der Schweifhaube und der offenen Laterne ergänzt. Während das nördliche Seitenschiff bis auf das steilere Pultdach seine ursprüngliche Höhe beibehalten hat, ist das südliche später bis zur Höhe des Mittelschiffs aufgestockt worden. An der Nordseite des Mittelschiffs ist über dem Seitenschiff ein vermauerter großer Rundbogen zu sehen, der zu einem später eingebrochenen (1746) und wieder vermauerten Portal gehörte. Ein doppelt gekreuzter Bogenfries an der Nordseite des Chors, ein doppeltes deutsches Band an der Apsis sowie Schreck- oder Schutzmasken in der Konsole unter den Apsisfenstern schmücken die Außenwände.

Klosterkirche St. Marien im Holze zu Krevese (Osterburg), Landkreis Stendal, Sachsen-AnhaltIm Innern zeigt sich die Gliederung in ein Mittelschiff aus drei quadratischen Jochen, den durch einen Triumphbogen abgesetzten Chor und die Seitenschiffe, wobei nur noch das nördliche das gebundene System mit sechs Jochen und entsprechenden Arkaden erkennen lässt. Zum südlichen Seitenschiff hin öffnen sich im westlichen und mittleren Joch nur je eine große Arkade. Die Joche des Mittelschiffs haben im Obergaden je zwei Rundbogenfenster, wobei eines an der Nordseite vermauert ist und die an der Südseite sich zum gleich hohen Seitenschiff öffnen. Tonnengewölbe mit Stichkappen decken das nördliche Seitenschiff, Kreuzrippengewölbe das Mittelschiff, den Chor (1370) und das südliche Seitenschiff (1527).
Klosterkirche St. Marien im Holze zu Krevese (Osterburg), Landkreis Stendal, Sachsen-AnhaltZur barocken Ausstattung gehören der prächtige Kanzelaltar (Mitte 18. Jahrhundert), die verglaste Patronatsloge an der Nordwand, vermutlich mit ehemaligem Außenzugang durch das vermauerte Portal, barocke Epitaphe, ein Taufengel, der seit 2006 im südlichen Seitenschiff über dem ehemaligen Grabgewölbe der Bismarcks schwebt, und die Gansen-Orgel von 1721, mit der seit 1981 in der Kirche Sommerkonzerte gegeben werden.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Klosterkirche St. Marien im Holze zu Krevese (Osterburg), Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt
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