* Romanik.de: Klosterkirche St. Mariae, St. Johannis und St. Nikolai, Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt

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Klosterkirche St. Mariae, St. Johannis und St. Nikolai, Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt

1184 wurde das Benediktinerinnen-Kloster durch Markgraf Otto I., Sohn Albrechts des Bären, gegründet. Mit der Vollendung der Ostteile fand 1208 die erste Weihe statt. Eine zweite Bauphase begann 1215 mit dem Langhaus und der Sakristei. Die dritte Bauphase mit der Wölbung war 1220 beendet. Aus einer dendrochronologischen Untersuchung zeigte sich, dass die für das Dach des Mittelschiffs verwendeten Bäume 1220 gefällt und im folgenden Jahr verbaut wurden. Die Propstkapelle zwischen dem südlichen Quer- und dem Langhaus entstand 1280, die Aufstockung, die so genannte Nonnenkapelle, kam im 15. Jahrhundert dazu. Nach der Reformation wurde das Kloster 1540 säkularisiert und in ein evangelisches Fräuleinstift umgewandelt, das bis 1812 bestand. Danach wurde das Kloster mit seinen Ländereien eine staatliche Domäne, die Klostergebäude verfielen jedoch zusehends. Nach 1850 hat man die Kirche renoviert, entbarockisiert und den Dachreiter über der Vierung, die Orgenempore und die Orgel hinzugefügt. Heute werden die Klosterkirche und die nur noch in Ruinen erhaltene Klosteranlage von der evangelischen Kirchengemeinde und dem Förderverein Kloster Arendsee e.V. erhalten.

Die Kirche ist eine dreischiffige, kreuzförmige Basilika aus Backstein und ohne Turm. Es gab ursprünglich drei Apsiden, erhalten sind noch die Hauptapsis und die Apsis am Nordflügel des Querhauses mit dem im späten 13. Jahrhundert angefügten Sakristeianbau. Dass die Klosterfrauen auf der „Nonnenempore“ am südlichen Seitenschiff dem Gottesdienst beiwohnten, ist eher unwahrscheinlich, da die Klausurgebäude nach Norden anschlossen. Wahrscheinlich gab es dazu im nördlichen Querhaus eine hölzerne Empore. Ein Teil des Kreuzgangs ist am nördlichen Seitenschiff noch erhalten, Als Bauschmuck finden sich Dienste, Kreuzbogenfriese und Zahnfriese an der Hauptapsis und am Chor, Rautenfriese am südlichen Querhaus und an der Südwand des Mittelschiffs. Man betritt die Kirche durch das mehrfach getreppte Rundbogenportal am südlichen Arm des Querhauses.

Klosterkirche St. Mariae, St. Johannis und St. Nikolai, Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-AnhaltKlosterkirche St. Mariae, St. Johannis und St. Nikolai, Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-AnhaltIm Innern sind Mittelschiff, Querhaus und Chor mit zum Teil in Graten auslaufenden Gewölbekuppeln gedeckt. Die Bögen der drei Joche und die Vierungsbögen sind mit Gurtbögen unterzogen, die auf rechteckigen Konsolen bzw. Vorlagen mit Halbsäulen ruhen. Die Hauptapsis trägt eine Halbkuppel, die Seitenschiffe haben Tonnengewölbe mit Stichkappen. Die Arkaden ruhen auf Pfeilern, die im östlichen Joch sehr viel niedriger sind. Die Obergadenfenster sind den Arkaden zugeordnet. Zum Obergeschoss des südlichen Anbaus öffnen sich drei Bögen, die erst 1850 eingerichtet wurden. Auf der spätromanischen Altarmensa steht ein Schnitzaltar von 1370/80 mit zwei Flügeln an jeder Seite. Die Tafelbilder der Außenflächen sind nicht erhalten, die der ersten Öffnung zeigen Szenen der Jugend und Passion Christi. Die Schnitzfiguren der zweiten Öffnung zeigen Heilige und Apostel mit der Marienkrönung im Zentrum. An der Südwand des Chors hängt ein schön geschnitztes spätromanisches Kreuz. Der Gesichtsausdruck des dornengekrönten Jesus mit kurzem Bart und Lendentuch strahlt mit seinen halb geöffneten Augen geduldige Ruhe aus. Die Enden der Kreuzarme sind quadratisch, medaillonartig erweitert und zeigen die Symbole der vier Evangelisten. Die Orgelempore und die Orgel an der Westseite wurden im 19. Jahrhundert eingebaut.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Klosterkirche St. Mariae, St. Johannis und St. Nikolai, Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt
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