* Romanik.de: St. Johannis Baptista, Dettum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

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St. Johannis Baptista, Dettum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Den Bischöfen von Merseburg stand bis 1280 das Patronat zu, danach den Herzögen. Die heutige Kirche wird Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. Im 15. Jahrhundert entstanden die Kreuzgewölbe, wahrscheinlich auch Spitzbögen am alten Südeingang und an Fenstern, ebenso wie eine Leichenhalle im Süden und eine Sakristei an der Nordseite des Chors. Nach Einführung der Reformation 1568 wurden die Fenster vergrößert und Emporen eingebaut. Vor der Umgestaltung um 1805 war die Sakristei bereits verschwunden. Rothermund ließ damals eine Kanzelaltarwand, eine Osttür und U-Emporen einbauen. Auch wurde der Chorbogen entfernt. Wie in vielen anderen Kirchen bestand eine festgelegte Sitzordnung, nach der Männern die Emporen, Frauen das Schiff, Adligen und Visitatoren der Chor und der Familie des Pfarrers mit der Pfarrwitwe die Kanzelwandempore zustanden. 1860 wurde von Carl Müller der Eingang vom Schiff an die Südwand des Turms verlegt, ein Fenster gegenüber, an der Nordwand des Turms, eingebaut, die südliche Vorhalle (das ehemalige Leichenhaus) abgerissen, die spitze Turmhaube errichtet und eine Orgel eingebaut. Historisierende Ausmalungen fertigte Quensen im Jahre 1885. St. Johannis Baptista, Dettum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDer größte Eingriff in die Struktur des Gebäudes wurde von Johannes Pfeifer entworfen und war 1908 vollendet. Um den alten Chor herum errichtete man die gewaltigen neugotischen Ostteile, entfernte die U-Empore und die Kanzelwand. Die neue Vermalung fertigte wieder Quensen.

Heute präsentiert sich die Kirche mit dem mächtigen mittelalterlichen, nahezu quadratischen Turm mit spitzer Haube, einem ebenso alten Kirchenschiff und einem neugotischen östlichen Teil mit einem zweischiffigen Querhaus, einer Vierungslaterne, einer polygonalen Apsis und diversen Anbauten, Giebeln und entsprechend vielfältigen Dachformationen. Während die alten Teile mit Bruchsteinen errichtet wurden, bestehen die neuen aus Hausteinen. Die oberen Stockwerke des Turms erheben sich über einer umlaufenden Traufe und haben rund- und stichbogige Fenster und mit einer Mittelstütze geteilte Schallöffnungen. St. Johannis Baptista, Dettum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenHat man das Turmuntergeschoss durch das Portal im Süden betreten, fallen zwei Objekte rechts und links neben dem Eingang zum Schiff auf: rechts das barocke Epitaph für den Superintendenten Christian Georg Cahrsted (1698 bis 1706) und links ein mittelalterliches Kreuzigungsrelief mit Maria, Johannes und kleineren Stifterfiguren, gezeichnet von Spuren der Verwitterung. Der Innenraum der Kirche beeindruckt durch Kreuzrippengewölbe, zwei riesige Radleuchter, die Flügel des Querhauses mit ihren steinernen Emporen, die historisierenden Ausmalungen und das große, lindenhölzerne Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert über dem Altar, das 1908 aus dem herzoglichen Museum in Braunschweig zurückgeholt wurde.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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St. Johannis Baptista, Dettum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
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