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Doppelkapelle St. Peter und Paul sowie St. Johannes Bapt. in Helmstedt, Niedersachsen

Die Kapelle steht im Innenhof des Ludgeri-Klosters, dem Passhof. Sie wurde 1160 erstmals schriftlich erwähnt, aber bereits Mitte des 11. Jahrhunderts errichtet, zu der Zeit als auch die romanische St. Ludgeri-Basilika errichtet wurde. Die Unterkapelle ist den Aposteln Peter und Paul geweiht, die Oberkapelle Johannes dem Täufer. Man hat Fundamentreste eines Vorgängerbaus gefunden. Dieser könnte eine karolingische Missionskapelle und so einer der ältesten Kirchenbauten im Braunschweiger Land gewesen sein. Diese wird den ersten Benediktinermönchen aus Werden, die im 9. Jahrhundert hierher kamen, als Gottesdienstraum gedient haben.

Doppelkapelle St. Peter und Paul sowie St. Johannes Bapt. in Helmstedt, NiedersachsenDer Bruchsteinbau ist außen mit Blendbögen und Konchen gegliedert, an der Unterkirche nach Reparaturen nur noch in Spuren erkennbar. Die Fensteröffnungen wurden später verändert. Ursprünglich waren es Rundbogenfenster; an einem Fenster der Unterkirche ist der Bogen noch zu sehen. Das Niveau des Passhofs liegt heute erheblich über dem der Unterkirche, die ursprünglich sicher ebenerdig betreten werden konnte. Ähnliche Niveauunterschiede finden sich an vielen mittelalterlichen Kirchen, wahrscheinlich weil im Lauf der Jahrhunderte Bestattungen auf dem umgebenden Kirchhof in mehreren Ebenen nötig wurden (siehe auch St. Andreas in Gadenstedt). Nach einem Brand wurde der Bau 1199 nach Westen verlängert, um eine Verbindung mit dem Konventsgebäude herzustellen. Das barocke, geschweifte Dach und die Laterne wurden 1666 aufgesetzt.

Doppelkapelle St. Peter und Paul sowie St. Johannes Bapt. in Helmstedt, NiedersachsenDie Unterkirche hat Kreuzgratgewölbe mit Wandvorlagen, Kämpfern, Basen und einem Gurtbogen zwischen dem östlichen und mittleren Joch. Der Altar im Osten trägt einen steinernen Retabel mit Reliefs des Gekreuzigten und den Patronen Petrus und Paulus. Die obere Johanneskapelle hat ein Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert, war aber ursprünglich flach gedeckt. Die Stuckdekoration stammt von 1710. Ein gemaltes Leinwand-Antependium aus dem 18. Jahrhundert zeigt den hl. Liudger vor der Stadt Helmstedt in einem von geflügelten Putten gehaltenen Blumenkranz.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Standort
Doppelkapelle St. Peter und Paul sowie St. Johannes Bapt. in Helmstedt, Niedersachsen
Am Ludgerihof 3
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