* Romanik.de: Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Pfad: Übersicht > Deutschland > Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Logo: Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Es heißt, dass Heinrich der Löwe nach der Zerstörung Halberstadts (1179) zu Ehren der hl. Maria hier eine Kapelle errichten ließ. Die ältesten Teile, wie die untere Hälfte des Turms und Teile der Nordwand des Schiffs stammen sicher noch aus romanischer Zeit. 1790 wurde der Turm mit einem Holzaufbau auf 49 m erhöht. Jahreszahlen auf Steinen an der Nordostecke des Schiffs zeigen an, dass es 1519 nach Osten erweitert und 1690 umgebaut wurde. Dabei muss auch die Apsis entstanden oder nach Osten versetzt worden sein. Die Eingangshalle kam 1690 dazu. 1869 wurde die Kirche restauriert. Der Sakristeianbau entstand erst 1950. Erst 1941 kam Roklum zum Landkreis Wolfenbüttel (früher Landkreis Halberstadt).

Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDie Kirche ist im Ganzen aus Feldsteinen erbaut. Die schiefergedeckte Haube des Turms mit den zwei Zifferblättern der Uhr nach Norden und Osten und die Schallöffnungen nach allen vier Seiten haben barocke Formen. Die zwei kleinen Fenster an der Nordseite des lang gestreckten Schiffs gehen wohl noch auf die erste Bauphase zurück. Etwa von der Nordwand des Sakristeianbaus ausgehend wurde das Schiff in gleicher Breite nach Osten erweitert. Auch ist die Südwand wahrscheinlich bei dieser Gelegenheit weiter außen neu aufgebaut worden. Die halbkreisrunde Apsis musste dabei ebenfalls neu gebaut werden, hat aber wohl in ähnlicher Form bereits die alte Kirche nach Osten abgeschlossen. Dem Ostfenster wurden 1950 zu beiden Seiten je ein weiteres Fenster hinzugefügt. Die vier großen, rundbogigen Fenster an der Südwand sind sicher erst nach der Reformation entstanden. Die Eingangshalle mit spitzbogigem Eingang und einem Ochsenauge darüber diente ursprünglich als Leichenhalle, wie bei vielen anderen Dorfkirchen in dieser Gegend. Der rundbogige Zugang zum Schiff muss dann auch der alte, romanische Eingang gewesen sein.

Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDer lichte Innenraum ist mit einem blauen, hölzernen Tonnengewölbe gedeckt, das mit Rippen und Schlusssternen dekoriert ist. Die Apsis öffnet sich durch einen großen Rundbogen. Der Altar in der Apsis trägt eine romanische Altarplatte. Der Sockel des alten Altars und mehrere Skelette wurden beim Einbau der Heizung unter dem Fußboden gefunden. Das hölzerne Kruzifix über dem Altar entstand 1707. Die Tafel mit der Auferstehungsszene befand sich früher hinter dem Altar, sie wurde 1951 entfernt und 1999 an der Südwand wieder angebracht. Zum Turmuntergeschoss gelangt man durch zwei Rundbögen mit Kämpfern und einem Mittelpfeiler. Eine Empore an der Nordwand wurde 1952 entfernt. Dafür hat man die Westempore erweitert. Die Orgel auf der Empore ist ein Werk des bekannten Orgelbauers Johann Adolarius Papenius von 1742. Sie wurde 1993 renoviert und findet bei Orgelkonzerten auch heute noch viel Anklang.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
Dorfkirche Roklum, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
Schulstr. 3
38170 Winnigstedt
Deutschland
Telefon Telefon: 05336-223
Fax Fax: 05336-948214
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.samtgemeinde-asse.de/tabellen/showtable.php?lang=de&tabellenid=51&menuid=30