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Dorfkirche Achim, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Die in romanischer Zeit entstandene Kirche besteht aus einem rechteckigen Schiff und einem quadratischen Turm im Westen. Unter seiner barocken, zopfigen Haube mit der Laterne hat der Turm an Nord- und Südwand je ein Paar rundbogiger Schallöffnungen mit einem Teilungspfeiler unter einem übergreifenden Rundbogen, an der Ost- und Westwand je eine einfache rundbogige Öffnung. Darunter befinden sich Lichtschlitze an Nord-, West- und Südwand wie an sogenannten Wehrtürmen, die im Mittelalter als Zuflucht dienten. Das alte Schiff wurde in gotischer Zeit nach Osten erweitert. Aus dieser Zeit stammen eine spitzbogige Nische in der Ostwand und eine rechteckige in der Südwand, beide nahe der Süd-Ost Ecke im heutigen Gemeinderaum. Die nördliche Schiffswand hat man 1716 um etwa die halbe Schiffsbreite weiter nach Norden versetzt und sich so den Abmessungen der damals von Hermann Korb gebauten Saalkirchen angenähert. Im 19. Jahrhundert wurden vier große und im Osten ein kleineres Rundbogenfenster an Nord- und Südseite eingefügt. Spuren eines vermauerten romanischen Fensters lassen sich noch zwischen dem zweiten und dritten Fenster an der Südwand erkennen. Die Mauern bestehen aus braunen und grauen Bruchsteinen. Eingänge befinden sich an der Westseite des erweiterten Schiffs und an seiner Ostseite.

Dorfkirche Achim, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenIm Innern gelangt man durch eine Tür mit einem Dreieckssturz in das Turmuntergeschoss Es ist mit einem bis zum Boden reichenden Tonnengewölbe gedeckt. Der Innenraum des Schiffs wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Franz Kruse mit einer Kanzelaltarwand im Osten und der von 5 Arkaden gestützten Orgelempore im Westen neu gestaltet. Das Schiff wurde 1984 in den westlichen Gottesdienstraum und den östlichen Gemeinderaum geteilt, wobei der Gottesdienst in Nord-Südrichtung, mit dem Altar im Norden stattfindet. Dorfkirche Achim, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenWährend die Orgelempore mit dem Orgelprospekt von 1896 nicht verändert wurde, hat man Teile der Kanzelaltarwand in der Trennwand übernommen. Sie hat an beiden Seiten Durchgänge zum Gemeinderaum. Die obere Hälfte ist in romanisierendem Stil gegliedert; sie zeigt 4 doppelte Blendarkaden mit Teilungssäulen und Halbsäulen an den Seiten, die Säulen mit runden Basen, kegelstumpfartigen Kapitellen und Kämpfern. In der Mitte hängt ein Epitaph des Friedrich von Steinberg (1651 bis 1716) aus der Patronatsfamilie, der sich durch die Erweiterung der Kirche verdient gemacht hatte. Das Epitaph enthält ein mit Ornamenten, Putten und einem Wappen umgebenes Oval, in das ein lateinischer Text zu seiner Person eingeschrieben ist. Sein ovales Portrait wurde 1998 weiter links auf halber Höhe angebracht.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Dorfkirche Achim, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
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