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Klosterkirche Wöltingerode St. Mariae, Landkreis Goslar, Niedersachsen

Die Grafen von Wohldenberg gründeten 1174 hier mit päpstlicher Bestätigung ein Benediktinerkloster, das 1188 in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt wurde. Es besaß ein Scriptorium, aus dem bedeutende illustrierte Handschriften hervorgingen, die heute in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt werden. Im 13. Jahrhundert gab es Wallfahrten zu einem wundertätigen Marienbild und zu einer Reliquie des hl. Blutes. 1568 wurde das Kloster evangelisches Frauenstift und 1643 wieder Nonnenkloster der Zisterzienserinnen bis zu seiner Aufhebung 1809.

Klosterkirche Wöltingerode St. Mariae, Landkreis Goslar, NiedersachsenDie der Maria geweihte Kirche ist eine kreuzförmige Basilika im gebundenen System aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wurde ein zweiter Chor angebaut und noch im 13. Jahrhundert entstand die „Vorkirche“ im Westen mit einer Krypta, die vermutlich als Gruft für die Grafenfamilie diente und heute Verkaufsraum der Brennerei ist. Darüber entstand in gotischem Stil die Nonnenempore in Form einer Staffelhalle, heute ein Konzert- und Veranstaltungsraum. Der quadratische Turm im Westen wurde im Barock angefügt.

Klosterkirche Wöltingerode St. Mariae, Landkreis Goslar, NiedersachsenDer Innenraum ist durchgehend gewölbt, die Schiffe sind durch Arkaden mit einfachem Stützenwechsel (Pfeiler, Säule, Pfeiler) getrennt. Je zwei Arkaden sind mit einem Überfangbogen zusammengefasst. Die Säulen haben flache, verzierte Würfelkapitelle und attische Eckblattbasen. Der barocke Hochaltar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt in dem großen Ölgemälde die Krönung Mariens durch Jesus und Gott Vater mit der darüber schwebenden Taube des hl. Geistes und zahlreichen Putten und Puttenköpfen. Die etwas später entstandene barocke Kanzel zeigt Figuren von Jesus und den vier Evangelisten. Im Nordflügel des Querhauses wird ein spätmittelalterlicher, liegender Christusleichnam aus Holz in einem 1992 hergestellten Eichenholzsarkophag aufbewahrt.

Die Klosterkirche befindet sich im Eigentum des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds. Weitere Informationen zum Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds finden Sie auf deren Homepage unter www.klosterkammer.de.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
Klosterkirche Wöltingerode St. Mariae, Landkreis Goslar, Niedersachsen
Wöltingerode 1
38690 Vienenburg am Harz
Deutschland
Telefon Telefon: 05324-5880
Fax Fax: 05324-5860
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.woeltingerode.de