* Romanik.de: Schöppenstedt, St. Stephanus, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

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Schöppenstedt, St. Stephanus, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen

Hildegrim, der erste Bischof von Halberstadt, gründete hier zwischen 814 und 827 eine Kirche. Sie ist eine der von ihm gegründeten 35 „Urkirchen“, von denen diese, wie die meisten anderen, später Archidiakonatskirche wurde. Der heutige Bau entstand in der Mitte des 12. Jahrhunderts und wurde später mehrfach verändert.
Schöppenstedt, St. Stephanus, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDer mächtige romanische Turm aus der Mitte des 12. Jahrhunderts misst 11,95 m x 11,25 m in Breite und Tiefe und hat bis zu 1,80 m starke Mauern. Die schief stehende hohe Haube wurde auch nach dem Brand 1999 wieder schief aufgebaut. Unter den oberen zwei Paaren rundbogiger Schallöffnungen befinden sich noch die alten Biforien mit Mittelsäulen an allen vier Seiten. 1687 hat man die Mauern teilweise erneuert und 1977 wurde das Erdgeschoss wieder freigelegt. Der weithin bekannte Mittelpfeiler mit Ecksäulen, Tier- und Dämonendarstellungen an ihren Würfelkapitellen und mehrfachen Zahnfriesmustern trug früher vier Kreuzgewölbe. Durch zwei große Rundbögen öffnete sich das Schiff und im Raum darüber, der Empore, durch drei rundbogige Fenster.
Schöppenstedt, St. Stephanus, Landkreis Wolfenbüttel, NiedersachsenDas Schiff wurde 1730 bis 1733 neu gestaltet. Es ist außen durch Pilaster und große Fenster mit Korbbögen in 4 Abschnitte gegliedert, die im Innern 4 Jochen entsprechen. Das östliche Joch ist der Chor und wird nach Osten polygonal (3/6) abgeschlossen. Portale wurden im 2. Joch nach dem Turm an Nord- und Südwand eingesetzt. Durch Grabungen im Schiff hat man festgestellt, dass die Außenmauern an der gleichen Stelle stehen wie die der ersten romanischen Kirche und dass das romanische Portal sich im 1. Joch der Südwand befand. Ein gefundenes Querfundament zwischen dem 3. Joch und dem Chor trug vermutlich den ehemaligen Chorbogen.
Den Innenraum deckt ein Spiegelgewölbe mit Stichkappen und ein Kreuzgratgewölbe im Chor aus der Zeit der barocken Erneuerung. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Kirche bereits früher gewölbt war. Hinter dem Altar steht eine reich verzierte barocke Kanzelwand und die Empore im Westen trägt eine moderne Orgel.

Siehe auch: Michael Gläser: Romanische Kirchen im Braunschweiger Land, Sutton-Verlag, Erfurt 2011, 14,95 €.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Standort
Schöppenstedt, St. Stephanus, Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen
An der Kirche 1
38170 Schöppenstedt
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