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Apostelkirche Groß Stöckheim, Wolfenbüttel, Niedersachsen

Im Jahre 1051 wurde der Ort als „Stocheim“ erstmalig erwähnt. Auch soll es zu dieser Zeit bereits eine Kirche gegeben haben. An einer Okerfurt und an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen gelegen besaß Groß Stöckheim im Mittelalter erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Die Kirche war ab 1148 Archidiakonatskirche im Bistum Hildesheim. Damals durften Taufen nur in Archidiakonatskirchen vorgenommen werden. So war die Kirche für die Orte von Broitzem bis Ohrum und von den Okerdörfern bis Üfingen für die Taufen zuständig. Vom 12. Jahrhundert bis zum 30-jährigen Krieg war die Kirche Gerichtsstätte für das Archidiakonatsgebiet. Die Unkosten für die Abhaltung der Gerichte mussten die Bauern mit dem „Sendkorn“ und der Pfarrer durch Bewirtung aufbringen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach erheblich beschädigt und wieder hergerichtet, so zum Beispiel im Schmalkaldischen und im 30-jährigen Krieg. Einschüsse im Turm aus dem 2. Weltkrieg sind noch heute sichtbar. 1641 wurde der alte Turm zerstört und danach durch einen Dachreiter ersetzt. Seit 1893 hat die Kirche einen neuen Turm. Die vielleicht noch mittelalterlichen Apostelbilder an den Chorwänden wurden 1935 entdeckt und 1963 freigelegt.

Apostelkirche Groß Stöckheim, Wolfenbüttel, NiedersachsenDie Kirche besteht aus einem quadratischen Turm, einem deutlich breiteren Schiff und einem etwa ebenso langen, zurückgesetzten Chor. Der heutige Turm von 1893 besitzt eine hohe Turmhaube mit Uhrengauben unten, einer Art Laterne in der Mitte und einer abgewinkelten achtseitige Pyramidenspitze. Das alte Bruchsteinmauerwerk von Schiff und Chor setzt sich klar von dem Quadermauerwerk des Turms ab. Der Eingang liegt an der Südseite des Turms. An der Südwand des Schiffs ist ein zugemauerter alter Eingang erkennbar. An der Südseite der Ostwand ist der Ausguss einer Piscina zu sehen, die innen als rechteckige Nische noch vorhanden ist.

Apostelkirche Groß Stöckheim, Wolfenbüttel, NiedersachsenDer im 13. Jahrhundert entstandene Altar besteht aus vier hochkant stehenden Eckquadern mit verzierten Außenkanten und einer Steinplatte mit mehreren Vertiefungen, unter anderem zur Aufbewahrung von Reliquien. Die drei Chorwände zeigen die erwähnten Aposteldarstellungen und ornamentale Ausmalungen, diese vermutlich aus neuerer Zeit. Der Name des Heiligen, dem die Kirche geweiht wurde, ist heute nicht mehr bekannt. So hat man ihr 1993 den Namen „Apostelkirche“ verliehen.

Texte und Fotos: Michael Gläser

Adresse / Kontakt:

Standort
Apostelkirche Groß Stöckheim, Wolfenbüttel, Niedersachsen
Leiferder Weg 5
38304 Wolfenbüttel
Deutschland
Telefon Telefon: 05331-902177
Fax Fax: 05331-902178
E-Mail E-Mail: E-Mail schreiben
Homepage Homepage: http://www.propstei-wf.de/Gross-Stoeckheim.24.0.html