* Romanik.de: Paray le Monial, Basilika Sacré-Coeur, Saône-et-Loire, Frankreich

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Paray le Monial, Basilika Sacré-Coeur, Saône-et-Loire, Frankreich

Graf Lambert von Chalon gründete 973 hier ein Eigenkloster. Sein Sohn Hugo, Bischof von Auxerre, übergab das Kloster 999 den Benediktinern von Cluny. 1004 wurde die Kirche Paray I durch Odilo, Abt von Cluny, geweiht. Noch in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand im Westen die Vorhalle mit der Doppelturmfassade: Paray II, so wie sie heute in restaurierter Form noch steht. Im Mittelalter war das Kloster Pilgerstation auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Pilgerströme entwickelten sich in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts und die Klöster warben und organisierten sie. So musste die Kirche bald vergrößert werden. Um 1092 begann Hugo von Semur, Abt von Cluny, den Bau von Paray III, nachdem man Paray I abgerissen hatte. Der Neubau sollte noch weiter nach Westen ausgebaut werden (mit 5 oder 6 Jochen statt der heutigen 3), womit auch der Westteil mit den Türmen verschwinden sollte. Der Plan wurde aber nicht ausgeführt, vermutlich auf Grund der beginnenden territorialen Streitigkeiten zwischen Frankreich und England, der ausbleibenden Pilgerströme und schließlich durch Geldmangel. Gegen 1140 wurden die Bauarbeiten beendet, als der Neubau bis an die Vorhalle und die Türme fortgeschritten war. Im hundertjährigen Krieg ( 1339-1453) kamen die Pilgerströme gänzlich zum Erliegen. Das Kloster wurde in der französischen Revolution aufgehoben; die Kirche wurde 1792 Pfarrkirche. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einen Aufschwung der Herz-Jesu-Verehrung. Marguerite-Marie Alacoque aus Paray le Monial, auf die das Herz-Jesu-Fest zurückgeht, wurde 1864 selig und 1920 heilig gesprochen. 1873 gab es eine große nationale Wallfahrt hierher und 1876 wurde die Kirche, ursprünglich „Notre Dame, auf „Sacre Coeur“ umbenannt. Sie wurde 1875 durch Papst Pius IX. zur „Basilica minor“ erhoben. Ab 1900 nahmen die Wallfahrten wieder zu und bestimmen noch heute das kirchliche Leben in Paray le Monial.

Paray le Monial, Basilika Sacré-Coeur, Saône-et-Loire, FrankreichIm Westen der Kirche ist die Vorhalle (Narthex) mit den beiden Türmen aus der zweiten Bauphase (Paray II) erhalten. Die Vorhalle besteht aus 3 mal 2 Jochen mit Kreuzgratgewölben und Pfeilern. In der Mitte stehen zwei kantonierte Pfeiler mit Kapitellen aus Menschen- und Löwenfiguren. Die Doppeltürme stehen auf den äußeren westlichen Jochen. Die später neu erbaute Basilika, Paray III, wurde gegenüber Paray I um etwa 3 Grad gedreht und steht daher nicht in einer Achse mit der Vorhalle und der Turmfront. Der Grund mag darin gelegen haben, dass das Querhaus von Paray I bereits um diesen Winkel gedreht war. Wegen seines unvollendeten Ausbaus hat das Langhaus einen fast quadratischen Grundriss und so wirken auch Querhaus, Chor und Apsis leicht überdimensioniert. Der Blick von Osten beeindruckt durch das ausladende Querhaus und die Höhenstaffelung von den Apsiden der Radialkapellen über die Kapellenhäuser, den Chorumgang, die Chorapsis und den Chor bis hinauf zum Vierungsturm.
Paray le Monial, Basilika Sacré-Coeur, Saône-et-Loire, FrankreichIm Innern öffnen spitzbogige Arkaden das mit einer Spitztonne gewölbte Mittelschiff zu den Seitenschiffen, die Kreuzgratgewölbe tragen. Die Kapitelle sind mit pflanzlichen, tierischen und menschlichen Motiven skulptiert. Über den Arkaden erstreckt sich ein Triforium mit drei Blendarkaden je Joch, darüber die Reihe entsprechender Obergadenfenster. Der Vierungsturm mit einer Trompenkuppel entstand im 19. Jahrhundert und ersetzte einen früheren, gotischen. Das Querhaus besitzt im Norden eine Apsis und im Süden einen gotischen Kapellenanbau mit Apsis. Die Seitenschiffe setzen sich am Chor fort und leiten in den Chorumgang mit den drei Radialkapellen ein. Die Chorapsis umgeben neun schmale Arkaden mit schlanken Säulen und entsprechende Rundbogenfenster im Obergaden. Die Halbkuppel ist mit dem Christus Pantokrator und den Symbolfiguren der Evangelisten ausgemalt.

Texte und Fotos: Michael Gläser

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Paray le Monial, Basilika Sacré-Coeur, Saône-et-Loire, Frankreich
30, rue Desrichard
71600 Paray Le Monial
Frankreich
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